Soel Kartsev gewinnt die Recklinghäuser Schachwoche

Ein unglückliches Ende nahm das Turnier für CM Matthias Kiese (Bochumer SV), der das Turnier sechs Runden lang dominiert hatte. Am letzten Spieltag kam er über ein Remis gegen Moritz Rempe (SG Bochum) nicht hinaus und fiel hinter Soel Kartsev (SK Sodingen/Castrop) auf Rang 2 zurück. Kartsev schien während seiner Partie gegen Gerhard Arold (Elberfelder SG) einige Probleme zu haben, aber ein Einsteller seines Gegners beendete die Partie abrupt und Kartsev konnte sich über den Turniersieg freuen. Der 3.Platz ging an FM Heiko Kummerow (Oberhausener SV), der Christian Goldschmidt (SF Brackel) bezwingen konnte. Die weiteren Geldpreise für die Plätze 4 und 5 gingen an Norbert Bruchmann (SG Ennepe-Ruhr-Süd) und Moritz Rempe.

Es folgen die Gewinner der Spezialpreise:

Der Damenpreis ging an Anna Bérénice Döpper (SF Katernberg), die 3,5 Punkte holte.

Helmut Schorra vor Knut Andersen (beide SF Buer) war der Endstand bei den Senioren (Jahrgang 1950 und älter). Sie holten 4,5 bzw. 4,0 Punkte.

Sieger der Ratinggruppe 1750-1999 wurde Martin Herud von der ausrichtenden Recklinghäuser Schachgemeinschaft Läufer-Ost. Herud holte als Sechstplatzierter 5,0 Punkte und spielte ein ausgezeichnetes Turnier. Rang 2 belegte Peter Schelwokat vom SC Rochade Emsdetten mit 4,5 Punkten.

Nikolaj Kartev (SF Brackel) entschied die Ratinggruppe 1500-1749 mit einer Punktzahl von 4,0 für sich. Sein Vereinskollege Erdogan Seref erreichte mit 3,5 Punkten den 2.Platz in dieser Gruppe.

In der Ratingruppe bis 1499 konnte Raphael Iordanyan (4,0 Punkte) von Rochade Steele/Kray den ausgelobten Preis einheimsen.

Auch beim Jugendpreis (Jahrgang 1997 und jünger) konnten sich die SF Brackel mit Vitalij Garbuz in die Siegerliste eintragen. Knapper Zweiter wurde nach Summenwertung Timo Küppers von den SF Katernberg. Beide erzielten 3,5 Punkte.

—> zur Turnierseite (Ergebnisse und Tabelle Runde 7 , inoffizielle ELO- und DWZ-Auswertung sind online)

17 Comments

  1. Heiko sagt:

    Die Schachwoche ist jetzt 9 Tage vorbei. Falls noch etwas auf der Homepage oder Turnierseite zu erledigen, kann dies gerne jemand tun. Ich bin raus! Die Partien der letzten 3 Runden fehlen noch und die zahlreichen Fotos, die Hans-Werner Lange zur Verfügung gestellt hat, schlummern weiterhin irgendwo vor sich hin.

    • Django sagt:

      Lieber Heiko,

      unabhängig davon, wie man den Satz „ich bin raus“ hinsichtlich der Pflege der Homepage liest, ob nur hinsichtlich Schachwoche oder generell, so möchte ich dir danken für die in den letzten Jahren investierte Mühe und Zeit.

      Dass du als „Nicht-mehr-richtiges-Vereinsmitglied“ da die Aufgabe eher bei anderen Mitglieder zukünftig siehst, kann ich verstehen und es wird dir niemand verdenken können.

      • Heiko sagt:

        Besten Dank, Rolf. Ich bin generell aus dem Homepagegeschäft der RSG raus, was dem Verein seit dem 30.06. bekannt ist. Die Schachwoche selbst habe ich noch wie versprochen abgewickelt.

  2. Heiko sagt:

    Schade, dass kein Interesse besteht, die Sache aufzuklären. Erneutem Ärger konnte man so vorbeugen, aber wenn das keiner will, kann ich es nicht ändern.

  3. Django sagt:

    Hallo,

    schade dass es nach dem Turnier ein paar Missklänge gibt.
    Ich will mich gar nicht an der Diskussion beteiligen, ob die Turnierleitung einen Fehler gemacht hat oder nicht, dazu bin ich auch gar nicht qualifiziert genug.

    Fehler und Unzulängglichkeiten muss man aber tolerieren (zugegeben: fällt mir auch oft schwer), grad wenn eine solche Veranstaltung nebenbei von Idealisten in der Freizeit durchgezogen wird.
    Von meiner Seite daher vor Allem ein dickes Lob an die, die durch ihre Arbeit das Turnier möglich gemacht haben und die Arbeitin dieser woche gestemmt haben.
    Hut ab!

    Ich drücke euch die Daumen, dass es in den kommenden Jahren noch weitere Turniere gibt und ihr dann durch höhere Teilnehmerzahlen belohnt werdet.

  4. Peter Dlouhy sagt:

    Ich finde es schade, das immer noch nicht die Partien der letzten Runden Online sind.

    MfG Peter Dlouhy

    • Heiko sagt:

      Ich auch. Mir hat man gestern gesagt, dass die Eingabe der Partien bald beendet ist. Wenn ich sie habe, werden sie veröffentlicht.

  5. Heiko sagt:

    Fide-Regeln http://www.schachbund.de/satzung-ordnungen.html?file=files/dsb/srk/2015/FIDERegeln2014deu-28022015.pdf

    @Hermann
    1. Ich hätte nicht helfen können, wenn ich da gewesen wäre, weil ich jetzt erst so schlau bin 🙂
    2. Gegen die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters ist nichts mehr zu machen. Wenn Klaudio benachteiligt wurde, ist das schade, aber nicht mehr zu ändern.

    Ich habe inzwischen den Anhang G der Fide-Regeln gefunden und werte den gesamten Sachverhalt auf Grund der Angaben zum Verlauf (keine Ahnung, ob ich ein wichtiges Detail nicht kenne) aktuell wie folgt:

    Anhang G wäre anzuwenden gewesen, wenn es den entsprechenden und korrekt gestellten Antrag gegeben hätte. Dieser konnte erst gestellt werden, als weniger als 2 Minuten Bedenkzeit auf der Uhr waren! Ich verstehe es so, dass die Reklamation früher war und Anhang G nicht anzuwenden war. Wenn dies stimmt, durfte Schubi (der Spitzname unseres Schiris) erst nach 75 Zügen einschreiten.
    Wäre der Anhang anzuwenden gewesen, hätte er einschreiten dürfen, wie er es in der Partie getan hat.

  6. Hermann sagt:

    die schiedrichterleistung in der 5.runde bei der partie kolakowitsch schelwokat war eine katastrophe. da kann einem der kolakowitsch nur leid tun. da ich bei diesem schachturnier nur ein zuschauer war konnte und wollte ich mich auch nicht einmischen, was ich aber gesehen habe war sehr schwach. da beendet der schiedsrichter die partie und ruft in die partie rein 50 züge! ich darf darauf aufmerksam machen das der spieler nachweisen muss das 50 züge von jedem spieler gemacht wurden. der schiedsrichter darf überhaupt gar nicht in die partie reden. er darf nur anmerken das die zeit gefallen ist und er darf nach 75, ja richtig 75 zügen (ohne bauernzug und figurenschlagen) die partie beenden. in der stellung könig springer läufer gegen könig läufer die auf dem brett war ist bei abgelaufenen zeit die partie nach den fideschachregeln eindeutig und ohne wenn und aber für den herr kolakowitsch mit einem sieg zu werten. der herr schelwokat hatte die möglichkeit einen fischer bonus zu beantragen, das geht wenn er weniger als 2 min auf der uhr hat. der schiedsrichter muss die uhr dann so einstellen das er bei jedem zug 5 sekunden aufschlag bekommt. das andauernde remis reklamieren während des blitzen war obenrein noch unsportlich. fakt ist das dieses turnier ein fide elo turnier ist. der herr kolakowitsch hatte die ruhe weg, ich selber bin zwar nicht mehr aktiv, aber ich hätte mir dieses so niemals gefallen gelassen. das der herr kolakowitsch das ergebnis nicht unterschrieben hat, war völlig in ordnung. und nebenbei, nicht mal die 50 züge durfte der weisspieler ausführen. schiedrichter und auch spieler, aber vor allem der schiedsrichter muss die fide regeln kennen, zumindest aber bei sich tragen. mfg hermann

    • Heiko sagt:

      Ich bin kein Schiedsrichter, kenne nicht alle Feinheiten des Regelwerks und war nicht anwesend. Nachvollziehen konnte ich anhand der Fide-Regeln, dass es diese 75-Züge-Regel gibt und der Schiri nicht nach 50 Zügen selbst reklamieren durfte. Das ständige Reklamieren hätte vom Schiri gemäß Fide-Regeln verhindert werden müssen, weil der Gegner gestört wird. Klaudio hätte das auch selbst reklamieren können, wenn der Schiri nicht einschreitet.

      Leider werden solche Turniersituation häufig schwierig, weil sich mindestens ein Spieler (in der Regel der Verteidiger) nicht regelgerecht verhält. Falsche Reklamationen sieht man sehr häufig und auch sehr häufig Schiedsrichter, die solchen Situation nicht gewachsen sind. Für den Verteidiger (Peter) hätte es in der obigen Situation heißen müssen: Arschbacken zusammenkneifen und an der richtigen Stelle ein Remis reklamieren. – Sich auf die knappe Zeit berufen und die Verteidigung einer Stellung nicht demonstrieren, ist falsch. Es ist unangenehm, wenn der Gegner in Remisstellung noch weiter spielt, aber das ist sein gutes Recht!

      • Hermann sagt:

        hallo heiko, genau so ist es! bravo. schade das du nicht anwesend warst. genau das hat der herr kolakowitsch gemacht, nachdem der schiedsrichter die partie ohne grundlage irgendwelcher schachfide regeln für beendet erklärt hat. herr kolakowitsch sagt „seit wann dürfen schiedsrichter in die partie reinreden“ und „ich würde gerne in ruhe die partie weiter spielen“. das hat er mehrfach gemacht. bei 4 sekunden restzeit beendet der schiedsrichter einfach so eine partie. die zeit spielt übrigens bei einer stellungsbewertung auch eine rolle die der schiedsrichter berücksichtigen muss. der peter hätte einfach den fischer bonus beantragen müssen und dann danach unter umständen 75 züge verteidigen müssen, erst danach hat er ein recht auf das reklamieren auf remis. und wenn er das in seiner bedenkzeit nicht schafft, dann ist es nicht das problem vom herr kolakowitsch. ich habe mir jetzt gerade die rating zahlen angeschaut, der herr kolakowitsch hat durch diesen ausgang 2 wertungspunkte verloren statt 8 gewonnen. der peter und der schiedsrichter sollten sich überlegen wie sie das aus der welt schaffen, denn sowas geht einfach gar nicht. ich könnte so ein ergebnis schon vom gewissen her gar nicht zum auswerten der rating zahlen einschicken. das ergebnis unterschrieben hat er zu recht nicht! dazu kommt ja noch der herr kolakowistch mit dieser entscheidung ein eventuelles preisgeld verpasst hat. mfg

        • Tom sagt:

          G5. Wenn Artikel G4 nicht angewandt wird, und der Spieler, der am Zug ist, weniger als zwei Minuten Restbedenkzeit hat, darf er Remis beantragen, bevor sein Fallblättchen gefallen ist. Er ruft den Schiedsrichter und darf seine Uhr anhalten (siehe Artikel 6.12.b). Er kann den Antrag damit begründen, dass die Partie mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen sei oder dass der Gegner keine Anstrengungen unternehme, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen.
          a) Falls der Schiedsrichter darin übereinstimmt, dass die Partie mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen ist, oder der Gegner keine Anstrengungen unternommen hat, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen, erklärt er die Partie für remis. Andernfalls schiebt er seine Entscheidung hinaus oder lehnt den Antrag ab.
          b) Falls der Schiedsrichter seine Entscheidung hinausschiebt, dürfen dem Gegner zwei zusätzliche Minuten zugesprochen werden und die Partie wird fortgesetzt, wenn möglich im Beisein des Schiedsrichters. Später während der Partie oder so schnell wie möglich, nachdem eines der beiden Fallblättchen gefallen ist, bestimmt der Schiedsrichter das Spielergebnis. Er muss die Partie für remis erklären, falls er zu der Überzeugung gekommen ist, dass die Partie für den Gegner des Spielers, dessen Blättchen gefallen ist, mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen ist oder dieser keine genügenden Anstrengungen unternommen hat, die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen.

          In unserem Fall wurde reklamiert, dass das Endspiel S+L gegen L technisch remis ist, also hat der Schiesrichter die Entscheidung hinausgeschoben und sich 50 Züge der Partie angeschaut. Daraufhin kam er zu dem Schluss, dass die Partie „mit normalen Mitteln“ nicht zu gewinnen sei, also hat er das Spielergebnis bestimmt-ganz so, wie es die FIDE-Regeln vorgeben.

          • Elmar sagt:

            Ergänzend dazu möchte ich hier anmerken, das Franz das gesamte Turnier souverän geleitet hat, wir ihm zu großem Dank verpflichtet sind. Insgesamt gab es während der Schachwoche genau drei kleine Zwischenfälle, davon zweimal nicht korrekt gestellte Uhren (mea culpa) und der oben erwähnte.
            Die Resonanz auf das Turnier , soweit sie an mich herangetragen wurde, war durchweg positiv.

  7. H. Wimber sagt:

    Das dumme Kommentare nicht lange auf sich warten lassen war ja klar. Natürlich habe ich die erwähnten Artikel gelesen. Gemeint ist doch offensichtlich der Abschlussbericht. Da ist über den jüngsten TN nichts lesen. Schade, wie gesagt…

  8. H. Wimber sagt:

    Glückwunsch an alle Sieger und Ratingpreisgewinner. Schade, das es keinen Preis, oder zumindest eine lobende Erwähnung für den jüngsten TN(Felix Wittek, 6J. 1. Turnier, 2 Punkte!)gibt. Die hiesigen Schachvereine sind ja nicht gerade mit Nachwuchs gesegnet. Da sollte ein Lob schon das Mindeste sein.
    Gruß Hardy

  9. martin sagt:

    Sehr gutes Turnier, organisatorisch, Ambiente, usw. alles gut.
    Ich bin natürlich auch selbst mit meiner Leistung hochzufrieden, es folgt ein kurzer Überblick zu den einzelnen Runden:

    1) gg 1600 mit Schwarz meine „Geheimwaffe“, die Tschigorin Verteidigung, gespielt und rel. problemlos gewonnen.
    2) Das bestimmt spannendste Remis des Turniers!

    Im offenen Sizilianer gg den späteren Turniersieger Kartev (2250) habe ich zuerst die Initiative ergriffen, doch er übernahm mit einem sehr starken Figurenopfer das Ruder an sich.
    Wenige Züge später stand ich sehr schlecht, doch ich lass es zu, dass er mit Schach (!) die Figur zurückgewinnt, um selbst wieder zu bestimmen „wo es langgeht“.
    Es kam zu einem Endspiel mit Qualle mehr für mich, welches gewonnen war. Ich machte aber, wohl nicht zuletzt aufgrund der enormer Anspannung, einen blöden Fehler und es war remis.

    3) schlechteste Partie von mir. Mit Schwarz gg 2100 in einem ungewöhnlichen Sizilianer einfach zu recht verloren.

    4) Den Sohn von Kartsev, Nikolai (1600), mit Weiß völlig überspielt. 1:0 nach 20 Zügen und ca. 10 min Bedenkzeit meinerseits.

    5) Wieder ein sehr spannendes Remis (gg 2050), da beide mehrfach (!!) hätten gewinnen können.
    Und das ausgerechnet in meiner Lieblings-Eröffnung, der Drachenvariante!

    6) GG einen 1500er im Königsgambit sehr schnell gewonnen.

    7) Ich musste unbedingt gewinnen um einen Preis sicher zu haben, deswegen habe ich mich auf die Partie ausgiebig (ca. 4-5 Std) vorbereitet.
    Mein Gegner spielte die Moskauer Variante im Sizilianer (1.e4 c5, 2.Sf3 d6, 3.Lb5+), welche in der letzten Zeit auf GM Niveau (vor allem dank Carlsen) sehr populär geworden ist.

    Der Zug 3… Sd7 ist der einzige, der es schawrz gut möglich macht auf Gewinn zu spielen und so spielte ich auch.
    Einige Züge später bekam ich die Möglichkeit eines Figurenopfers auf g4.
    Dies brachte mir 2 Bauern und eine sehr geschwächte Königsstellung für den Gegner. Einige weiteren Ungenauigkeiten des Gegners machten von da an die Sache recht leicht für mich.
    0:1 nach ca. 20 Zügen mit Schwarz!