Kurios: Neuerliche Niederlage lässt RSG 2 weiter hoffen!

An diesem Sonntag musste unsere 2. Mannschaft einen weiteren doppelten Punkt-Verlust hinnehmen und sich beim Aufstiegs-Aspiranten SV Erkenschwick 2 trotz starker Gegenwehr mit 3:5 geschlagen geben

Immerhin gelang es 6 RSG’lern ihren in 5 Fällen zum Teil deutlich DZW-überlegenen Kontrahenten an den Brettern 1 – 5 und 7 durchgängig beachtenswerte Remise abzuringen.

In der Gewissheit, nun endgültig abgestiegen zu sein, trat das Team den Heim-Weg an. Ein Blick auf die Resultate des Spieltags nebst Tabelle bringt jedoch Überraschendes hervor: Obwohl die Mannschaft weiterhin den letzten Rang belegt, liegt sie nur 2 Punkte hinter dem rettenden 9. Platz zurück, welcher aktuell vom SV Hullern 1 eingenommen wird. Da die Halterner Vor-Städter ihr aktuelles Match sehr hoch verloren haben, konnte die RSG auf diese sogar 1,5 Brett-Punkte gut machen, auf Datteln (10.) sogar 2!  Im Klar-Text bedeutet dies: Verliert Hullern sein letzes Spiel gegen den als Aufsteiger bereits feststehenden souveränen Primus Waltrop und unser Konkurrent Datteln gegen die noch Platz 2 abzusichern habenden Erkenschwicker, so würde ein eigener (sicherheitshalber deutlicher) Erfolg gegen Haltern 1 doch noch den Klassen-Verbleib bedeuten! Müssig zu erwähnen, dass diese zugegebenermaßen klitzekleine Möglichkeit einer Chance natürlich nur dann realisierbar sein kann,  wenn alle dazu relevanten Kämpfe sportlich fair ausgespielt werden würden! 😉

8 Comments

  1. Florian Schicktanz sagt:

    Ich weiß es sehr zu schätzen,dass es euch in unserem Spiellokal gefallen hat auch aufgrund des leiblichen Wohles!
    Wie gesagt, für den letzten Kampf können wir euch nur die Daumen drücken, auch wenn es gegen Haltern nicht leicht wird. Natürlich wird sich der SV Erkenschwick II sportlich fair verhalten und nicht einfach Remis schieben mit dem Grund der eine Punkt reicht zum sicheren Aufstieg, nein wir alle werden von Beginn auf Sieg gehen, umgekehrt wird uns unser Gegner Datteln ebenfalls so lange es geht, Paroli bieten.

    • Peter Schulz sagt:

      Danke nochmals für Euren fairen und äußerst lobenswerten Sportsgeist!! :-))

      Es darf auch vermutet werden, dass die bereits aufgestiegenen Waltroper in Hullern alles geben werden, um ihre noch unbefleckte Punkte-Weste zu behalten. Es kommt schließlich nur sehr selten vor, dass man “:0” durch eine Saison geht!

    • Heiko sagt:

      Und schon sind 8 Remis amtlich! Großer Kampf auf Sieg, SV Erkenschwick!!

  2. Magier sagt:

    Ich war auch etwas erstaunt, dass wird gut mithalten konnten. Vielleicht auch Ergebnis unserer Vereinsmeisterschaft, die für mehr Spielpraxis sorgt? Ich meine, die Partien im dunklen “Waltrop” waren eher kühl-verhalten, ohne besondere Aufregung, zumindest meine eigene. Im hellen, warmen “Marl” waren die Spieler munterer und angriffslustiger, mit guter Betriebstemperatur, bei Peter kam noch die aufputschende Wirkung der Torte hinzu (was seine Leistung gar nicht herab setzen soll!).

  3. Florian Schicktanz sagt:

    Hallo Schachfreunde, ich drücke euch von ganzem Herzen die Daumen, dass ihr den Klassenerhalt schafft, es ist in der Tat noch alles drin! -Vorausgesetzt wir gewinnen gegen Datteln, und Hullern verliert gegen Waltrop, diese beiden Resultate sind aber mehr als realistisch! Und nächste Saison spielt ihr mit Sicherheit erfolgreicher!

    • Peter Schulz sagt:

      Im Namen der Mannschaft bedanke ich mich vielmals für Deine netten und aufmunternden Worte!

      Wir sollten auf jeden Fall mit unserer Stamm-Besetzung antreten können, um die Grund-Voraussetzung für eine mögliche Überraschung gegen Haltern zu schaffen. Der Rest liegt dann in den Händen von Schach-Göttin Caissa! 😉

      Das Ambiente Eures “neuen” Vereinsheims inkl. des Restaurant-Betriebs wirkt übrigens sehr ansprechend! Da muss man sich als Spieler einfach wohlfühlen. Die Beköstigung durch den Restaurant-Betrieb ist ebenfalls zu loben. Ich könnte doch glatt in Versuchung kommen, mir in Kürze dort wieder ein Stück dieser ultra-köstlichen Apfel-Torte einzuverleiben. Am besten in Kombination mit einem Besuch im benachbarten Maritimo Wellness-Ressort… 🙂

      Alles Gute auch für Euch!

  4. Peter Schulz sagt:

    Die Vor-Zeichen standen diesmal nur bedingt gut. Kapitän “Heinz” Balke sah sich mit der Tatsache konfrontiert, die beiden angekündigten Ausfälle von Florian Bruder (Brett 3) und Uwe Seifert (8) zu kompensieren. Für sie sprangen erfreulicher- wie dankenswerterweise Team-Mitglied Kai Eberhardt und aus der Vierten Nico Hornig in die Bresche.

    Dennoch wurde nach Beginn des Kampfes der Ausfall eines weiteren Kameraden offenkundig. Daniel Schedlbauer, generell die Zuverlässigkeit in Person, konnte aufgrund eines privaten Notfalls erst verspätet die Anreise nach Erkenschwick antreten. Doch an bisher für ihn gewohnter Stelle fand er die Spielstätte der Gastgeber nicht mehr vor. Da alle Mitspieler ihre Handys bereits ausgestellt hatten, musste er sich anderweitig die neue Adresse organisieren und traf erst gegen 14:40 Uhr in den Räumlichkeiten des Stimberg-Restaurants ein, was ihm nach seiner Erklärung aber keiner der anderen RSG2’ler übel nahm, obwohl Daniels Partie zu diesem Zeit-Punkt bereits kampflos verloren gewertet worden war.

    An den verbliebenen 7 Brettern war derweil ein leidenschaftlicher Kampf um jeden Millimeter Boden zugange! Von Beginn an besonders engagiert zeigte sich Ersatz-Spieler Nico Hornig aus der Vierten. An Brett 8 lieferte er sich schwarz-steinig gegen Florian Schicktanz ein packendes Duell mit einem wahren Feuerwerk an taktischen Motiven. Teilweise brannte es bei beiden an allen Ecken und Enden lichterloh, weil Drohungen oft nicht entschärft, sondern mit Gegen-Drohungen beantwortet wurden, sogar mehrfach verschachtelt! So war es auch für die Kiebitze lange Zeit schwerlich möglich, einzuschätzen, wer denn nun wirklich am Drücker ist, zumal sie so schnell spielten, als fände die Zeit-Kontrolle bereits nach 60 Minuten statt. Zu diesem Zeit-Punkt hatten beide bereits gut 50 Züge absolviert! Letztlich musste Nico seiner Endspiel-Unerfahrenheit Tribut zollen und seinen Turm gegen einen ehemaligen Frei-Bauern opfern, nachdem dieser sich das Damen-Gewand übergestreift hatte. Sein Gegner Florian gab nachher unumwunden zu, dass er von unserem DWZ-losen Nico noch nie etwas gesehen oder gehört hatte. Den atemberaubenden Partie-Verlauf werden beide bestimmt noch einige Zeit in Erinnerung behalten!

    Die anderen 6 Partien waren überwiegend strategisch und positionell geprägt. Bisweilen konnte man meinen, einem Großmeister-Turnier beizuwohnen. Ständig wurden Figuren hin- und her-laviert, um einen möglichst hohen Wirkungs-Grad zu erzielen. Minimale Raum-Gewinne wurden x-fach abgesichert. Es wurde beidseitig nicht übermäßig viel riskiert. Dementsprechend gab es bis zum Schluss JEDER Partie keinen bis höchsten 1-bäuerlichen Material-Überschuss für den einen oder anderen! Und das, obwohl zwischen den Kontrahenten bis zu 450 DWZ-Punkte zugunsten der Gastgeber lagen!

    Die Bretter verteilten sich übrigens auf 2 gegenüber liegende Tagungs-Räume im Dach-Geschoss des Restaurants und waren durch einen ganz kurzen Flur-Übergang miteinander verbunden, wie in einer Wohnung. Wenn ich mich recht entsinne, befanden sich Brett 1 – 4 im etwas kühleren “Waltrop”, während 5 – 8 in dem der Sonne zugewandten “Marl” aufgebaut waren.

    Zu meiner Partie: Gegen den sympathischen Marc Mathea (1856) gelang mir mit weiß eine für mich sehr befriedigende Eröffnung gegen den Königs-Inder (E61). Ich verschob bewusst und vielleicht etwas risiko-behaftet die (kurze) Rochade, um erstmal den Damen-Flügel und das Zentrum unter Kontrolle zu halten. Alle Figuren harmonierten gut miteinander. Mein Gegner hatte doch einige Schwierigkeiten, aktives Spiel zu entwickeln (wird mir langsam unheimlich gegen DWZ-Riesen ;-). Da er zeitlich damit gut beschäftigt war, konnte ich mir zwischendurch ein super-leckeres Stück Apfel-Torte gönnen, was meine Laune, neben der angenehm zu spielenden Stellung, weiter verbesserte. Von Zeit-Not war bei mir wider Erwarten zunächst weit und breit nichts zu sehen. Dann entwickelte Marc im Mittelspiel Ideen, um die e-Linie in Beschlag zu nehmen. Ab da musste ich sehr viel durchrechnen, konnte aber immer einen nachhaltigen Zug ausfindig machen, der sowohl offensichtlich verteidigte, als auch verstecktes Angriffs-Potenzial beinhaltete. Marc musste sich schon sehr früh Gedanken um seinen Bauern-Isolani auf d6 machen und bemühte sich, keine Figuren-Täusche zuzulassen, die mir druckvolles Spiel auf der d-Linie gestattet hätten. Als ich dann plante, über die 4. Reihe einen Turm-Schwenk auf den Königs-Flügel einzuleiten, zeigte seine Uhr noch 28 Minuten, meine jedoch nur noch 16. Ich machte sogar noch einen starken Zug, der ihm ein positionelles Eingeständnis abgenötigt hätte, bekam dann aber etwas Angst vor der eigenen Courage, nach einer guten Partie wegen Zeit-Not noch alles zu vergeigen und sicherte mich bei Heinz ab, ob ein Remis akzeptabel für uns wäre!? Beim Stande von 1:3 sahen die anderen Partien im Gegensatz zu meiner tendenziell eher remis-verdächtig aus. Es deutete also nichts darauf hin, dass wir aus dem Kampf ein 4:4 oder gar mehr würden herausholen können. Heinz nickte daraufhin meinen Remis-Wunsch ab. Während Marc noch tief in der Stellung versunken war, überfiel ich ihn mit dem Angebot der Punkte-Teilung, worauf mir sofort die Hand gab, begleitet von einem deutlichen Durchpusten, da er sich schon leicht auf Verlust stehen sah, was ihm von 2 seiner Kameraden auch bestätigt wurde. Es erschien mir aber einfach als zu gewagt, ohne für mich klare Gewinn-Aussichten noch 16 Züge in 16 Minuten absolvieren zu müssen. Bei ebenfalls gut 30 Minuten hätte ich es vielleicht gemacht. Aber so freute ich mich darüber, mal wieder ein Groß-Kaliber ordentlich ins Grübeln gebracht zu haben!

    Innerhalb von wenigen Minuten endeten dann auch die 3 Partien von Heinz, Walter und Kai ohne formalen Sieger. Ohne sonderlich pathetisch wirken zu wollen, würde ich sagen, dass auch angesichts der freundschaftlichen Atmosphäre an diesem Nachmittag der Schach-Sport selbst als eindeutiger Gewinner hervorgegangen ist! Dazu passt, dass mir Florian Schicktanz anerkennend bestätigte, heute zu keiner Zeit einen typischen Abstiegs-Kandidaten erlebt zu haben. Ich glaube, zumindest für alle RSG’ler sprechen zu können, wenn ich behaupte, dass von uns an diesem Nachmittag so viel Hirn-Schmalz verbrannt worden ist, wie selten zuvor! 😉

    So, nun bin ich gespannt, ob noch jemand etwas zu seiner Partie oder dem Drumherum zu sagen hat…