Die VM 2015/16 endet mit einem Pauken-Schlag!

Unser neuer Club-Champion heißt Marcus Henn!

Bereits vorzeitig brachte der Verbandsklassen-Spieler der RSG seinen Titel unter Dach und Fach, als er in der Nachhol-Partie der vorletzten Runde gegen den selbst noch mit guten Chancen ausgestatteten Jan Rolf unerwartet wenig Wiederstand zu brechen hatte, was sich aber plausibel mit dessen außerordentlich hohem beruflichen Engagement erklären lässt

Somit kam es zwar in der 11. und letzten Runde im Duell gegen seinen ärgsten Verfolger und RSG1-Team-Kollegen Martin Herud nicht wie erhofft zum absoluten Showdown im Kampf um die Vereins-Krone, dennoch hatte die Begegnung der beiden schachlichen Schwer-Kaliber einen schönen Knall-Effekt zum Abschluss des Turniers zu bieten. Fast fortwährend standen diverse Kiebitze um die Giganten herum und analysierten gebannt das Geschehen auf dem Brett, natürlich ohne den Focus auf die eigene Partie in fahrlässiger Weise zu gefährden!

Obwohl Martin als ausgewiesener Kenner aller möglichen wie unmöglichen Sizilianer-Varianten gilt, entschied sich Marcus mit den schwarzen Steinen für diese Verteidigung. Bis zum 13. Zug bewegten sich beide lehrbuch-mäßig in der Haupt-Variante des Sozin-Angriffs. Dann entschied sich Martin für eine offensivere Fortsetzung, die ihm hernach aussichtsreiche Angriffs-Chancen bescherte. Nach einem  „Big Blunder“ von Marcus im 20. Zug konnte Martin forciert zum Partie-Gewinn abwickeln. Um sich nicht einer von 2 Matt-Varianten ausgesetzt zu sehen, hätte Marcus alternativ hohen Material-Verlust hinnehmen müssen. So blieb ihm nur, seinem härtesten Widersacher zum Partie-Gewinn zu gratulieren, dem sich die umstehenden wie sofort herbei-eilenden Kameraden ebenso anerkennend anschlossen. Es war Marcus‘ einziger Punkt-Verlust im gesamten Turnier! Die komplette Partie zum Nachspielen und Analysieren findet ihr  HIER.

Nur noch um „Bronze“ ging es nach seinem Spiel-Verlust gegen Marcus Henn für Jan Rolf, der sich aber immerhin siegreich über Tom Kleiner hinwegsetzen konnte. Daniel Schedlbauer gelang es, durch einen Erfolg gegen den aufstrebenden Florian Bruder zusammen mit diesem, einen für beide befriedigenden Mittelfeld-Platz zu belegen. Ein klein wenig hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben ist Heinrich Balke, der ebenfalls den hohen beruflichen wie familiären Anforderungen Tribut zollen und sich dadurch mit einem Platz im unteren Bereich des Teilnehmer-Feldes begnügen musste. Zuguterletzt kam er zu einem gerechten Remis gegen Roman Pientka, der wiederum mit seinem Abschneiden als Fünfter absolut zufrieden sein dürfte. In den tieferen Niederungen des Tableaus hingegen schaffte es der Schreiber dieser Zeilen nach überraschend einseitigem Verlauf Ehren-Mitglied Karl Diestelhorst zu bezwingen. Eine offensive Spielweise, aber diesmal gepaart mit dem durchgängig existenten Strategie-Leitfaden, wurde nach nur 31 Zügen und ohne die gewohnten zeitlichen Engpässe von der heiligen Caissa belohnt. Diese Gunst hätten sich bestimmt auch einige andere deutlich höher dotierte Mitstreiter gewünscht, welche teilweise überaus harten Widerstand gegen Routinier und Hau-Degen Karl zu brechen hatten. 😉 Immerhin ist es ihm vergönnt, sich gemeinsam mit Kai Eberhardt schiedlich friedlich den vorletzten Platz des  Abschluss-Klassements  zu teilen!

Resümmee:  Ingesamt war es ein Event, der Geschmack auf „mehr“ gemacht hat. Die Spiel-Abende waren durchweg ansprechend besucht und die Stimmung war bei aller dem Anlass gebührenden Ernsthaftigkeit stets humorvoll und entspannt. Unsere neue und gemütliche Vereins-Herberge am herrlich gelegenen Karl-Pawlowski-Altenzentrum wird gewiss noch zu dem einen oder anderen schachlichen wie emotionalen Höhen-Flug beitragen!!

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