RSG 1 schrammt knapp an einem Teil-Erfolg vorbei!

Mit einer unglücklichen, aber dennoch ehrenvollen 3,5:4,5-Niederlage im Gepäck ist unsere Verbandsklassen-Mannschaft vom SV Horst-Emscher heimgekehrt!

 

Mit dezent formulierten Hoffnungen auf eine mögliche Überraschung sind Team-Kapitän Heinrich Balke und seine unentwegten Mitstreiter vollzählig wie optimistisch in den Kampf mit den Gelsenkirchener Vorstädtern gegangen.

Dass das hehre Vorhaben trotz kompletter DZW-Überlegenheit der Gastgeber an allen Brettern dennoch nicht vollkommen unrealistisch war, zeigte sich nach gut 2 Stunden Spiel-Dauer, als es immer noch 0:0 stand! Nachdem er als Schwarzer gut aus dem Sizilianer herausgekommen war, sich die Rochade-Richtung noch offen ließ, aber gute Aktien im Zentrums-Kampf hatte, bot der Autor dieser Zeilen seinem Spiel-Partner Bernd Konietzka (1905) ein Remis an, zu dessen Einwilligung dieser auch bereit war, hätte er bei seinem Kurz-Check über alle Bretter seine Kameraden mehrheitlich in vorteilhafter Stellung gesehen. Da dem nicht so war, musste er leider ablehnen und bließ zu einem einem forschen Angriff am Königs-Flügel. Trotz weiterhin aktiven Gegenspiels, welches seinem Kontrahenten sehr viel Rechenzeit abnötigte, beging Peter in der Defensive einige kleine Ungenauigkeiten, durch welche der Angriff des Weißen letztlich durchschlug, wobei sich dabei auch dessen höhere Analyse-Tiefe in komplexen Stellungen bemerkbar machte.

In der Zwischenzeit tat sich indes einiges an den anderen Brettern: Roman und Daniel trotzten ihren DWZ-favorisierten Gegnern ein beachtliches Remis ab, während es Walter in seinem x-ten Schach-Frühling bei ebensolchen Außen-Temperaturen sogar gelang, den vollen Punkt einzufahren! Im Gegenzug mussten trotz intensiver Bemühungen Alex und Nicolas ihren Gegner den Sieg überlassen. Aus RSG-Sicht bedeutete das um ca. 18:00 Uhr in Summe einen Zwischenstand von 2:4.

Offen war nun noch der Ausgang an 2 Brettern: Heinrich hatte es an 3 mit der FIDE-Meisterin Dorota Weclawski zu tun, welche für die Horster auch in der 2. Frauen-Bundesliga aktiv ist (1,5/2). Im Endspiel angelangt hatte unser „Captain“ zwar eine Figur weniger, dafür aber 2 weit am Königsflügel vorgedrungene, verbundene Frei-Bauern. Es sah zunächst so aus, als würde die Polin diese unter Rückgabe der Mehr-Figur aufhalten können. Doch dann griff sie bös‘ fehl und erlaubte Heinrich mit seinem König einen Doppel-Angriff auf Turm und Springer, wodurch er letztgenannten unter lediglicher Hergabe eines Bauern erobern konnte. An dieser Stelle war die schwarze Stellung eigentlich schon nahezu aufgabereif. Doch die äußerst erfahrene Dorota versuchte noch verzweifelt wie trickreich, ihre beiden a/b-Frei-Bauern am Damen-Flügel von der 5. und 6. Reihe startend zur Umwandlung zu treiben. Aber Heinrich blieb äußerst cool, wandelte in eine Dame um und verschaffte sich direkt danach durch ein Zwischen-Schach auf der 1. Reihe gegen den von seinen Bauern weit abgeschnittenen König einen entscheidenden Tempo-Vorsprung und war im Verbund mit seinem bereits die Grund-Reihe bewachenden Turm in der Lage, die mittlerweile auf a2 und b2 angekommenen Bauern noch rechtzeitig zu stoppen. Ein wirklich toll herausgespielter Sieg von Heinrich, der nach seinem großen Tief in der letzten Saison nun wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben scheint und sich nach eigenem Bekunden wieder gut bei Kräften fühlt. Walter und er sind derzeit mit 2 aus 3 die Top-Scorer des Teams!

Somit lagen wir nur noch mit 3:4 in Rückstand und die Partie am Spitzen-Brett musste die Entscheidung über den Ausgang des Mannschafts-Kampfes bringen. Felix mit Weiß und sein Gegner hatten beide noch jeweils Läufer und Springer plus diverse sich gegenseitig blockierende Bauern vom Zentrum bis zum Königs-Flügel. Felix verfügte jedoch am Damen-Flügel über 2 weit vorgepreschte a/b-Bauern, in deren Nähe sich stets der schwarze Springer aufhalten musste, um den Durchbruch von einem der beiden zu verhindern. Aus allgemeiner Sicht kam einzig der RSG’ler als Sieger in Frage. Für den Schwarz-Spieler Jörg Patzer konnte es nur darum gehen, sich ins Remis zu retten. Beide ließen sich durch geschicktes Lavieren der Figuren alle Möglichkeiten offen, jederzeit an beiden Flügeln Aktivitäten zu initiieren. Im weiteren Verlauf versiegte Felix‘ Bauern-Vorstoß am Damen-Flügel und er musste sogar seinen Springer für den geschickt freigesetzten und hernach umgewandelten g-Bauern seines Gegners geben, konnte dafür aber 2 Frei-Bauern (d+e) bilden, die mit Unterstützung seines Königs sogar auf der 6. und 7. Reihe ankommen sollten. Doch durch überaus geschickte Manöver des schwarzen Springers (von der 1. Reihe kommend!) kam dieser noch rechtzeitig ins eigene Lager zurück. Dort blockierte er letztlich auf e8 den e7-Bauern und der schwarze König hinderte den d6-Bauern am weiteren Vorwärtskommen, so dass Felix leider gezwungen war, um kurz nach 20:00 Uhr (!) in ein Remis einzuwilligen. Nach somit über 6 Stunden Spiel-Zeit war es nur allzu verständlich und menschlich, dass Felix nicht mehr über die nötige Konzentration verfügte, eine Gewinn bringende Fortsetzung gefunden hat. Man konnte seine Hin- und Hergerissenheit förmlich greifen, final unbedingt die richtigen Schlüssel-Züge finden zu wollen. Er hat wirklich alles für uns gegeben und das ganze Team ist ihm dankbar dafür, dass er mitgeholfen hat, den Ausgang des Kampfes so lange wie möglich derart offen zu gestalten!  :-))

Daraus hat sich sogar ein weiteres Positivum ergeben: Durch die 3,5 Brett-Punkte konnten wir uns immerhin vom 10. auf den geteilten 9. Platz verbessern!

Weiter geht es für die Erste bereits am 13.11., wenn man daheim auf die SG Höntrop trifft. Die Bochumer waren so freundlich und haben der von uns gewünschten Vorverlegung vom 27.11. zugestimmt.

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