Nachtrag: RSG 1 beendet Spielzeit im Tabellen-Mittelfeld

Bereits vor 14 Tagen hatte unsere Erste zum Saison-Finale in der Bezirksliga den SV Hullern 1 zu Gast. Trotzdem es für beide Teams tabellarisch um nichts mehr ging, kam es doch zu einigen interessanten Partie-Verläufen.

Nachdem es bereits kurz nach Beginn des Kampfes fast zeitgleich an den Brettern 2 (Nicholas) und 7 (Leon) Niederlagen für uns gab, Timo (8) jedoch verkürzen konnte, einigten sich Peter (Brett 3) und Heinrich (1) nach relativ unspektakulären Verläufen mit ihren Gegnern auf ein gerechtfertigtes Remis.

Beim Stand von 2:3 für die Gäste richteten sich nun alle Augen auf die 3 verbliebenen Partien. Uwe (5) hatte mit seiner eröffnungsstarken Gegnerin Helma Walter zunächst ein wenig Mühe. Fortan gelang es ihm jedoch, gutes Gegenspiel zu entwickeln. Sie verstrickten sich noch einige Zeit in taktische Techtelmechtel und begegneten sich dabei vollkommen auf Augenhöhe, was beide letztlich dazu bewog, die Klingen freundschaftlich niederzulegen und verdientermaßen einen halben Punkt für sich zu verbuchen.

An den beiden übrig gebliebenen Brettern erwartete man von Anfang an eine rasche Entscheidung, da die DWZ-Unterschiede der Spieler doch recht stattlich waren. Daniel (4) traf auf die gut 300 Punkte höher dotierte Stephanie Walter. Unser Marcus (6) wiederum wies knapp 500 Punkte mehr auf als sein Gegenüber Jörg Erbguth! Doch an beiden Brettern zeichnete sich lange Zeit kein klarer Partie-Gewinn ab. Stephanie gelang es zu einem dafür optimalen Zeitpunkt, das Zentrum vollständig zu kontrollieren und dabei ein druckvolles wie harmonisches Zusammenspiel ihrer Figuren zu entfachen (besonders das der beiden Springer). Obwohl Daniel sich nach Leibeskräften verteidigte, musste er durch einen geschickten Springer-Abzug zunächst die Qualität geben, um dann nach einem direkt folgenden und überraschenden Turm-Opfer-Einschlag auf g2 festzustellen, dass weiterer Material-Verlust nebst baldigem Matt drohte. Daniel hat alles gegeben, musste sich aber final der entfesselten Kreativität seiner Gegnerin beugen!

Diese Kreativität trug an Brett 6 aus RSG-Sicht für lange Zeit den Decknamen “Beharrlichkeit”! Marcus Henn ging als haushoher Favorit in die Partie gegen Jörg Erbguth, was sich aber in den ersten 20 – 25 Zügen nicht bemerkbar machte. Sein Hullerner Gegenüber zeigte eine absolut solide Spiel-Anlage und konnte das Geschehen auf dem Brett wirklich gut im Gleichgewicht halten, so dass eine zeitnahe Entscheidung zu Marcus’ Gunsten in weiter Ferne schien. Er machte dann aber einige “stille” und für so manchen Kiebitz unorthodox wirkende Züge, verfolgte damit aber den Plan, zunächst nur latent vorhandene Felder-Schwächen am schwarzen Königs-Flügel freizulegen. Derweil nutzten die bereits spielbefreiten Mitglieder beider Teams immer wieder die Chance, um vor dem RSG-Vereinsheim bei bestem Wetter das eine oder andere amüsante Schwätzchen zu halten. Marcus gelang es unterdessen, mit seinen vormals etwas defensiv orientierten Figuren zum Königs-Flügel hinüberzuschwenkend in die gegnerische Stellung einzudringen, den entscheidenden materiellen wie positionellen Vorteil zu generieren und die Partie routiniert zu Ende zu bringen. Kompliment an ihn für seine meisterliche Weitsicht und an Jörg für seinen zähen Widerstand, mit dem er Marcus lange Zeit gehörig ins Schwitzen gebracht hat!

Tröstlich für ihn und die Seinen, dass sie am Ende einen 4,5:3,5-Erfolg im Gepäck mit auf die Rückfahrt in die heimatlichen Seestadt-Gefilde nehmen konnten.

Somit ist für unsere Erste eine durchwachsene Saison, auch aufgrund des Einsatzes vieler Ersatz-Spieler einigermaßen zufriedenstellend ausgegangen. Man hatte frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun, zeigte aber auch keine Tendenzen, sich im vorderen Tabellen-Bereich platzieren zu können.

 

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