RSG 1 verpasst vorzeitigen Klassen-Verbleib

Am vorletzten Sonntag empfing die Erste die Dritt-Vertretung des Nachbarn aus Erkenschwick mit dem Ziel, den letzten noch fehlenden Punkt zum sicheren Liga-Erhalt einzufahren. Doch man traf auf absolut hoch motiviertere Gäste, denen nur ein Sieg weiterhelfen konnte, um nicht mehr in direkten Kontakt mit dem abstiegsgefährdeten Bereich geraten zu können.  

 

Vom DWZ-Durchschnitt her lagen beide Teams eng beieinander. Und analog dazu entwickelten sich an fast allen Brettern lange Zeit ausgeglichene Partien. So mündeten Alex und sein Gegenüber Marc Matthea an 8 schnell in den sicheren Remis-Hafen ein, ebenso wie nicht allzuviel später Elmar (3) gegen Florian Schicktanz und Kapitän Heinrich (2) gegen Marco Schröter. Schwierige Positionen hatten ab dem Mittelspiel Walter (4) gegen Angelika Schulz sowie Uwe (5) und Peter (7), welche auf die talentierten wie ambitionierten Nachwuchs-Spieler Kai Spriesterbach und Lukas Hesse trafen.

Nachdem Walter in einen Bauern-Abzug lief, war er leider binnen weniger Züge materiell wie positionell überspielt und musste aufgeben. Uwe gelang es zwar, seinen b-Bauern bis auf die 7. Reihe zu treiben, konnte aber ein Figuren-Opfer gegen diesen nicht verhindern. Gegen Kais verbundene Freibauern d+e sowie eine weit vorgedrungene Majorität am Königsfügel war dann kein Kraut gewachsen. Peter entschied sich erst im Mittelspiel, seinen d7-Bauern zu ziehen, was sich lange nicht als Nachteil erweisen sollte, trug er doch zur Stabilisierung der Verteidigung bei, wenn auch auf Kosten eines etwas eingeengten Figurenspiels. Durch die unnötige Lockerung des Riegels lud er Lukas in seine Stellung ein und verlor kurz zu nacheinander 2 Bauern und gestatte dessen Dame den Schlüssel-Zug auf die Grundreihe, wodurch ein weiterer Bauern-Verlust gefolgt wäre und Peter ohne verfügbares Gegenspiel zur Aufgabe zwang.

Eine zunächst gute Partie spielte Marcus Henn am Spitzenbrett gegen Abdulhadi al Murawi und ließ sich auch durch dessen unorthodoxen Stils nicht aus dem Konzept bringen. Marcus erstickte sämtliches Gegenspiel bereits frühzeitig im Keim und schnürte sein Gegenüber immer mehr ein. Doch dann lief er quasi aus dem Nichts in eine Springergabel, die ihn eine Figur kostete. Nachdem sich seine Verärgerung darüber etwas gelegt hatte, startete er eine Bauern-Offensive am Damenflügel und stand bedrohlich nahe vor einer Umwandlung, die Weiß unter Aufbietung aller Kräfte noch blockieren konnte, wodurch aber kein Gegenspiel möglich war, so dass ein Remis unvermeidlich war.

Ehre, wem Ehre gebührt: Den einzigen Sieg schaffte Daniel an 6 gegen Dinar Abulhanov, welcher letztlich eine stark Remis verdächtige Stellung überzog und sich dann dem Verlust von “Haus & Hof” ausgesetzt sah.

Durch diese 3:5-Niederlage konnten die Erkenschwicker an der Ersten vorbeiziehen, sind aber bei ebenfalls 7 Mannschaftspunkten mit der deutlich besseren Brettpunktzahl ausgestattet, wodurch sie selbst bei einem 0:8 am letzten Spieltag daheim gegen Schlusslicht Kirchhellen nicht mehr gefährdet wären. Die RSG 1 hingegen könnte bei einer sehr hohen Pleite beim bisher unangefochtenen Primus aus Dorsten noch auf den vorletzten Rang zurückfallen, der nach jetzigem Stand abstiegsrelevant ist.

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