Unglückliche Auftakt-Niederlage für RSG 1

Nachdem die Vereinsführung aufgrund verschiedener Erwägungen es für vernünftig ansah, nur noch eine Mannschaft für den Spielbetrieb 2019/20 zu melden und zugleich auf die Teilnahme an der Verbands-Bezirksliga zu verzichten, versucht man nun mit einer Mischung aus vormals RSG 1 + 2 einen Neu-Anfang in der Bezirksklasse.

Zum Start in die neue Schach-Saison hatte man am Sonntag mit dem SK Ickern 1 auch noch gleich den im DWZ-Durchschnitt stärksten Gegner zu Gast.

 

Das Heim-Team musste relativ früh einem Rückstand hinterherlaufen, als es Leon Schröder an Brett 6 überraschenderweise von Anfang an nicht gelang, seinem Gegenüber Dieter Rathke eine durchaus mögliche Spiel-Strategie zu offenbaren, welche diesen hätte fordern können.

Die verbliebenen 7 Kameraden wehrten sich hernach wirklich mehr als redlich, um die ergebnistechnische Schieflage auszugleichen. Das führte leider an der Mehrzahl der Bretter zu einer weiteren, lagen an diesen die RSG’ler im weiteren Verlauf doch bedenkzeitlich betrachtet teilweise deutlich im Hintertreffen. Doch bevor es dazu gekommen ist, einigten sich Kai und Mathias Wrona an 8 sowie kurz darauf der gute alte Walter und das aufstrebende Jung-Talent Jan Dommasch an 7 in vertretbaren Stellungen auf ein Remis.

Mit deutlich schwierigen Stellungen hatten Heinrich (1) und Elmar (3) mit den schwarzen Steinen zu kämpfen. Letztgenanntem gelang es aber, den leichten Vorteil von Udo Schweiger zu kompensieren und in den Remis-Hafen einzulaufen, während dies dem Team-Captain gegen den reaktivierten Martin Kemna nicht gelang. So stand es nach 5 Partien 1,5:3,5 aus RSG-Sicht.

Alex an 2 gegen Uwe Abramowski hatte sich frühzeitig eine sehr gute und Daniel an 4 gegen André Guth eine vorteilhafte Position erarbeitet. Peter an Brett 5 hatte mit Andreas Banik (+400) rein nominell betrachtet das wohl schwerste Eisen zu stemmen. Dennoch gelang es ihm mit Schwarz aus einer sicheren, aber zunächst etwas beengten Stellung heraus initiativ zu entfalten und seinen hoch-kalibrigen Gegner ein klein wenig ins Schwitzen zu bringen und dauerhaft einen nur risikoreich zu vertreibenden starken Läufer auf e4 zu etablieren, in Union mit latenten Drohungen von g6-/f6-Springer und d8-Dame gegen den h4-Bauern mit taktisch gebundenem weißen g2-Läufer und f3-Springer. Dem Ickerner hingegen gelang es, mit seinen 3 Schwerfiguren Druck auf der c-Linie zu entfachen, welchen Peter jedoch mit seiner eigenen 3er-Batterie abzufangen vermochte. Diese Verteidigungs-Aufgaben verschlangen jedoch große Teile seines Zeit-Budgets. Positionell befand sich die Stellung jedoch weiterhin positionell wie materiell über viele Züge hinweg im Gleichgewicht und wie Andreas später bekundete, hätte er trotz seines doch recht üppigen Zeit-Vorteils in dieser Phase sogar ein Remis-Angebot angenommen. Aufgrund der noch nicht final gewonnen Stellungen von Alex und Daniel spielte Peter jedoch aus seiner Sicht mannschaftsdienlich weiter, was aber darin mündete, dass ihm (leider wie so oft) für 10 Züge nur noch 10 Minuten verblieben. Trotz Verlust eines Zentrums-Bauern und nun etwas Raum-Vorteil der weißen Schwerfiguren ließ sich die Stellung noch halten. Dann jedoch geschah das für alle Anwesenden Unfassbare: Bei noch komfortablen 7 Sekunden für den 40. Zug stellte Peter durch einen “Finger-Fehler” seinen König auf f8 in eine Linie mit seinem c8-Turm und schenkte Andreas mit Dh8+ den Partie-Gewinn! Während dieser zahlreich beglückwünscht werdend erleichtert aufatmete und dem RSG’ler bescheinigte, eine gute Partie gespielt zu haben, schüttelte jener immer wieder fassungslos den Kopf. Dem einseitigen Vernehmen nach ist das zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Berichtes auch weiterhin der Fall!  ;-(

Umso ärgerlicher für ihn und das Team insgesamt, dass Alex und Daniel zwar erfreulicherweise ihre Partien souverän gewinnen, aber letztlich nur zum End-Resultat von 3,5:4,5 verkürzen konnten.

Immerhin: Als sich die wirklich jederzeit tadellos fair und freundlich verhalten habenden Castrop-Rauxeler Vorstädter Richtung Heimat verabschiedet hatten, erfrischte sich das RSG-“Aufräum-Kommando” zum Wohle noch bei einem “sieg-assoziierten” Kalt-Getränk am Club-Tresen und schwelgte einmal mehr in seligen Schach-Erinnerungen an die gute alte Zeit.

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