XVI. Karl Mala Gedenkturnier (von und mit Heiko Kummerow)

Schöne Grüße aus Frankfurt/Griesheim. Ab 17 Uhr werde ich an dem o.g. 7-rundigem Turnier teilnehmen. In der A-Gruppe liegen fast 160 Anmeldungen vor. Wenn ich hier was reißen möchte, muss ich mich von Beginn an mächtig ins Zeug legen. Was nichts anderes bedeutet, dass ich zunächst drei Siege anstreben werde. Schließlich möchte ich gegen den einen oder anderen GM oder IM spielen und einige ELO- und DWZ-Punkte zurückgewinnen, die ich zuletzt in Krefeld und Herne nicht zu knapp verteilt habe. 3 aus 3 ist keine leichte Aufgabe, denn da das Turnier in zwei Gruppen ausgetragen wird, haben die Gegner bereits ab der ersten Runde eine nicht zu unterschätzende Spielstärke. Ansonsten habe ich mir vorgenommen, ganz besonders auf meine Zeiteinteilung zu achten und an meiner Variantenberechnung zu arbeiten. Mal sehen, was ich umsetzen kann.  —> zur Turnierseite

Aktuelle Berichte schreibe ich nach jeder Runde oder Doppelrunde.

Runde 1 mit Weiß gegen Peter Bittner (ELO 1921) gewonnen. Ein ganz leichter Sieg zum Auftakt. Mein Gegner hat keinen Widerstand geleistet, so daß ich schnell großen positionellen Vorteil hatte und in ein Endspiel mit Läuferpaar gegen Turm bei gleichen Bauern abwickeln konnte.  Das Turnier ist mit einer Rekordteilnehmerzahl von fast 300 Teilnehmern pünktlich gestartet. Die Spielmöglichkeiten sind perfekt. Jede Partie wird an einem Einzeltisch ausgetragen. Es ist so, wie es auf einem Foto auf der Turnierseite zu sehen ist.

Runde 2 – Außer, daß ich gegen Andreas Goebel (ELO 2021) gewonnen habe, ist alles schief gegangen. 23.Züge lang haben wir die Klötze bei vollem Brett hin und her gezogen. Dann brachte ich ein spielbares Bauernopfer, so daß die Partie bis zum 39.Zug ein mächtiger Schlagabtausch wurde. Im 30.Zug hatte ich mich innerlich von der Partie verabschiedet, weil ich nach einem Einschlag auf g7 von einer Verluststellung ausging. Aber mein Gegner spielte einen anderen Zug, so daß ich sofort klar besser stand. Meine Zeiteinteilung ging völlig daneben. Als es auf dem Brett brannte, hatte ich nur 28 Minuten für 16 Züge. So sollte es genau nicht laufen.

Runde 3 – Variantenberechnung indiskutabel – Habe meinen Gegner (Dominik Will, ELO 2096) zu einem Qualitätsopfer eingeladen, was eigentlich nicht als Opfer bezeichnet werden kann. Denn ich stehe danach sofort auf Verlust. Wenn man einen Läufer auf ein angegriffenes Feld zieht, sollte man sich auch überlegen, was passiert, wenn er ihn einfach nimmt. Jetzt weiß ich es. Nach 29.Zügen habe ich ihm die Hand gereicht.

Runde 4 und 5 stehen heute auf dem Programm. Nach der gestrigen Niederlage, mit der ich mein Ziel 3 aus 3 verfehlt habe, sollte ich heute wieder punkten. Und das doppelt. Mal sehen, ob ich dieses Ziel erreiche.

Teil 1 des heutigen Tages ist vollbracht – sicherer Sieg. Konnte gegen meinen Gegner Arno Ficht (ELO 2036) eine schöne Kombination finden, die mir klaren Vorteil einbrachte. Ich hatte danach einen Turm und zwei Bauern gegen zwei Springer. Kurz kamen bei mir Zweifel auf, ob mein Gegner wirklich so schlecht steht, wie ich zuerst dachte. Aber schon bald konnte ich zum Königsangriff übergehen und eine Figur gewinnen.

War das schön!! Endlich mal wieder ein Partie, die mich richtig glücklich macht. Aus einer total symetrischen Stellung heraus (Runde 5 gegen Ulrich von Auer – ELO 2087) bekam ich ein Endspiel Dame und Springer gegen Dame und Läufer aufs Brett. Dies habe ich richtig klasse gespielt und nach 52.Zügen war der Punkt im Sack. Hätte mein Gegner um Zug 20 herum ein Remisangebot gemacht, ich weiß nicht, ob ich hätte widerstehen können. Absolut tote Hose war auf dem Brett, die Türme bereits getauscht. Und dann dieser Sieg am Ende. Endlich habe ich Selbstbewusstsein tanken können.

Der Bericht der beiden letzten Runde folgt vermutlich erst am Montag. Morgen wird das Hotel geräumt, dann sind wieder zwei Runden zu spielen und ich muss noch den Heimweg bewältigen. Mal sehen, ob ich morgen einen Titelträger zum Frühstück bekomme 🙂

So hatte ich mir das Ende des Turniers definitiv nicht vorgstellt. Ein Sieg in Runde 6 und zum Abschluß einen GM, davon hatte ich geträumt. Aber ich wurde auf ganz unsanfte Weise ausgestoppt. Oder besser gesagt, ich habe mich selbst um die Früchte meiner Leistung gebracht. Gegen meinen Gegner Patrick Chandler (ELO 2200) habe ich in einem Najdorf-Sizilianer eine wunderbare taktische Kombination aufgespürt. Es kam genau die Variante aufs Brett, die ich berechnet hatte. Ich besaß eine Mehrfigur. Nun noch kurz die Stellung konsolidieren und der Sieg gehört mir. Doch im Moment schaffe ich es regelmäßig, irgendeinen Mist zu verzapfen. Ich nehme einen Springer in die Hand und wollte den Sieg unter Dach und Fach bringen, doch plötzlich merke ich, daß eine andere Figur hängt, die zuvor noch gedeckt war. Also habe ich den Springer wieder hingestellt und nach einem anderen Springerzug gesucht, der “ebenfalls” gewinnt. Aber ich war der Situation unter Zeitdruck nicht gewachsen und habe die Gewinnabwicklung, die es noch immer gab, nicht gefunden. Einige Züge später war es vorbei. Ich gab auf. Runde 7 fand dann ohne mich statt. Anstatt drei Stunden bis zur letzten Runde zu warten, bin ich gleich ins Auto gestiegen und nach Hause gefahren. Natürlich habe ich mich zuvor bei der Turnierleitung abgemeldet.
Das Turnier und die Turnierbedingungen haben mir ausgezeichnet gefallen. Wenn es terminlich passt, bin ich nächstes Jahr wieder am Start.

8 Comments

  1. Sebi sagt:

    Kopf hoch und den nächsten haust du einfach weg!

  2. Marc sagt:

    schade schade schade

  3. Django sagt:

    Endlich klingt es so, wie ich das hören:
    Siegesfanfaren und eine breite Brust. Weiter so!

  4. Teajay sagt:

    Morgen mit Weiß wird voll gepunktet. Und mit Schwarz auch. Auf gehts !

  5. Sebi sagt:

    Viel Glück! Drück die Daumen

  6. Jan sagt:

    Viel Spaß!!!

  7. Andreas sagt:

    Immer eine glückliche Hand

  8. Marc sagt:

    Viel Erfolg!